Republik Schwion

15. Jahrhundert
Als Folge der Kämpfe zwischen Sinai und Schwion bricht die Wallfahrt zum „Wundersamen Tuch“ zusammen. Das Tuch selbst verschwindet aus dem Katarinenkloster. Vermutlich wird es von Rittern des Turanischen Ordens von dort in Sicherheit gebracht. Jahrzehnte später erscheint eine ähnliche Reliquie im Turanischen Kaiserreich: das Grabtuch von Turan.

1403-1419
Zweiter Schwionisch-Sinaitischer Krieg. Großfürst Baldur führt seine Truppen nach Schwion, um sich die wirtschaftlich prosperierenden Gebiete der Grafschaft am Mittellauf der Swine einzuverleiben. Setterich wird durch sinaitische Truppen geplündert und entgegen dem großfürstlichen Willen von unzufriedenen Teilen der Truppe niedergebrannt. Der Graf von Schwion verlegt seine Residenz nach Krienburg. Die besetzten Gebiete werden einem „Herzog von Setterich“ als Vasall des sinaitischen Großfürsten unterstellt.

1448
Die Schwächung der Grafen von Schwion nutzen unzufriedene Bauern unter der Führung von Hans Tell und Arnold Mödlin zu einem Aufstand, der zum Sturz der Herrschaft der Grafen führt. Eine Bauernrepublik mit zwei gewählten „Landammännern“ an der Spitze wird ausgerufen.

1482-1486
Dritter Schwionisch-Sinaitischer Krieg. Ein Volksaufgebot der Bauernrepublik im Verbund mit ausländischen Söldnern erobert Setterich zurück und vertreibt die sinaitischen Truppen. Der Regierungssitz („Vorort“) wird von Krienburg zurück nach Setterich an der Swine verlegt.

1561
Die Reformationsschrift "Freyheit deß Gottglaubens" des aus dem unteren Swinetal stammenden Theologen Karl Ruetli begründet den evangelischen Glauben in Schwion, welcher heute die vorherrschende Konfession im Land ist.

1569
Das Parlament der Bauernrepublik erklärt die evangelische Konfession zur Staatsreligion. Alle turanisch-katholischen Kirchen und Klöster werden aufgehoben oder umgewandelt, katholische Priester verfolgt. Ein jahrzehntelanger Glaubenskrieg zwischen radikalen Protestanten und vom Turanischen Orden unterstützten Katholiken entsteht, wodurch große Teile des Landes verwüstet und der Verödung preisgegeben werden.

1602
Das Bauernparlament beruft einen Verwandten des sinaitischen Großfürsten, Fürst Armin, als gewählten Regenten ins Land. Ihm gelingt es, die Ordnung wieder herzustellen und einen Ausgleich zwischen den verfeindeten Konfessionen zu stiften („Frieden von Hermsbruck“). Das Kloster Krienburg bleibt dadurch katholisch, das Erzbistum Setterich wird evangelisch. In Sinai wird das katholische Bistum Leonsburg zum Erzbistum erhoben.

1656-1664
Schwionische und in geringerem Umfang auch sinaitische Söldner nehmen am Achtjährigen Krieg im Turanischen Kaiserreich teil. Viele von ihnen siedeln sich nach Ende der Kampfhandlungen in Turanien an.

1675
Der aus sinaitischer Dynastie stammende schwionische Regent Arminius, Enkel des ersten gewählten Regenten, ruft ein weitreichendes Aufbau- und Modernisierungsprogramm ins Leben. Wirtschaft, Handel, Kultur und Wissenschaft erleben eine neue Blütezeit. Aus diesen Erfolgen heraus etablieren die Regenten eine absolutistische Herrschaft.

1734
Nach Jahrhunderten des Kampfes mit wechselndem Ausgang annektieren die schwionischen Regenten auf dem Höhepunkt ihrer Macht endgültig das Gebiet des unteren Swinetals, den Südteil des heutigen Landsbezirks Swinethal, und gliedern es ihrem Herrschaftsbereich ein.

1793
Ausgehend von den ländlichen Gebieten und mit dem Schwerpunkt in Hentschau beginnt die Schwionische Revolution, welche mit dem Sturm auf Setterich und dem Sturz der Regenten aus dem Hause Sinai die absolutistische Herrschaft beendet. Die Zweite Republik wird ausgerufen. Sinai bleibt von den Umbrüchen weitgehend verschont. Die Großfürsten führen das Land mit gerechter Hand und schaffen so auch einen gewissen Wohlstand für breitere Teile der Bevölkerung.